Seit vergangenen Samstag, 19. September 2026, ist der Sonneberger Ortsteil Spechtsbrunn um eine Attraktion reicher. Anlässlich des bundesweiten „Tages des Geotops“ wurde vor dem Naturpark-Informationszentrum (NIZ) der neu angelegte Gesteinspark im Beisein von rund 50 Gästen eingeweiht. Sowohl Vertreter des Nationalen Geoparks Schieferland als auch Sonneberger Stadträte, der Spechtsbrunner Ortsteilbürgermeister Jens Knoblauch, Vertreter der örtlichen Feuerwehr sowie zahlreiche Wander- und Naturfreunde waren gekommen, um an dem Event und der anschließenden Wanderung teilzunehmen.
Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt und Andreas Günther-Plönes, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Geowissenschaftler (BDG), gaben gemeinsam den Startschuss für die schwergewichtige Attraktion an der „Kalten Küche“. In seiner Eröffnungsansprache hob der Bürgermeister schmunzelnd hervor, dass Sonneberg ab jetzt im wahrsten Sinne des Wortes „steinreich“ sei. Andreas Günther-Plönes verdeutlichte in seiner Rede, wie notwendig Rohstoffe für die Gesellschaft sind und forderte ein stärkeres Bewusstsein dafür ein. Dabei bediente er sich sehr anschaulich des Märchens von der Salzprinzessin.
Zu sehen ist in Spechtsbrunn jedenfalls ab sofort eine vollständige Sammlung aller „Gesteine des Jahres“ aus dem Zeitraum von 2007 bis 2026. Von Andesit bis Tuff, von Basalt bis Sandstein wurden insgesamt 19 Gesteinsarten – vorwiegend aus den Geopark-Gebieten der Region – zusammengetragen. Vor dem NIZ präsentieren sich elf imposante, bis zu 2,5 Tonnen schwere Gesteinsblöcke, die mit Namenstafeln und QR-Codes für weiterführende digitale Informationen ausgestattet sind. Die kleineren Exemplare der Sammlung können Besucher in einer Vitrine in den Innenräumen des Informationszentrums besichtigen. Eine Karte, wo sich die Fund- und Abbauorte der jeweiligen Gesteine befinden sowie weitere Informationen finden Interessierte digital unter folgendem Link: https://mint.sonneberg.de/lernorte/156/.
„Damit stellen wir die Vielfalt des Geoparks dar und sind wahrscheinlich die einzige Kommune Deutschlands, die die Gesteine des Jahres vollständig vor Ort hat“, hatte Sonnebergs Wirtschaftsförderer und MINT-Koordinator Marco Kuhnt bereits im Vorfeld die Bedeutung des vom Freistaat Thüringen geförderten Projekts unterstrichen, das neben geologischer Bildung auch touristische Anziehung bewirken soll.
Erfolgreiche Wanderung mit dem Landschafts- und Naturführer
Direkt im Anschluss an die Einweihung brachen die Anwesenden gegen 10.30 Uhr zu einer rund 7 Kilometer langen Wanderung rund um Spechtsbrunn auf. Unter der fachkundigen Führung des zertifizierten Landschafts- und Naturführers Ralf Kirchner vom Naturpark Thüringer Wald gab es für die Teilnehmer nicht nur spannende Einblicke in die Geologie der Region, sondern auch ein weiteres saniertes Kleinod zu entdecken: Die Clemens-Major-Hütte, die nach 25 Jahren mit Mitteln des Freistaates Thüringen erneuert wurde. Neben einem neuen Dach und frischen Bänken würdigt dort eine neue Informationstafel das Schaffen des Namensgebers Clemens Major, einem bedeutenden Sonneberger Zeichner und Kartografen.
Gegen 14.00 Uhr kehrte die Wandergruppe zurück und ließ den ereignisreichen Tag bei einem Imbiss auf der Spechtsbrunner Kirmes am Feuerwehrhaus gemütlich ausklingen.