Neue Broschüre zeigt fünf Wege der Erinnerung in Sonneberg

Am 8. Mai wurde durch den Sonneberger Museums- und Geschichtsverein e.V. die Broschüre „Auf den Pfaden der Opfer und Täter des NS-Regimes in Sonneberg“ an den Beigeordneten des Bürgermeisters, Christian Dressel und an Landrat Robert Sesselmann im Rathaus übergeben. Diese Broschüre wurde im Rahmen des von Brigitte Dornheim initiierten Projektes „Wege der Erinnerung und Mahnung zu Stätten der Verfolgung und des Widerstandes in Sonneberg 1933 bis 1945“ erarbeitet.

Gegenstand dieses Projektes ist die Aufarbeitung der NS-Zeit in Sonneberg, ihre Dokumentation in Form von Broschüren und die Verbreitung des Wissens darüber in Form von Vorträgen, Führungen u.a. Dabei ist auch die Einbeziehung von Schulen in die Erinnerungsarbeit vorgesehen. Das Projekt wird über den „Sonneberger Museums- und Geschichtsverein e.V.“ und „Demokratie leben“ gefördert.

Die Broschüre wurde von Hilmar Rempel unter Mitarbeit von Brigitte Dornheim, Thomas Schwämmlein und Reiner Kotulla erarbeitet. Sie beleuchtet insgesamt fünf Wege der Erinnerung. Zusätzlich werden noch einzelne ausgewählte Stätten abgehandelt. Diese Wege führen zu Stätten, die sowohl an die Opfer als auch Täter des NS-Terrors erinnern. Die Beschreibung erfolgt anhand einzelner Gebäude und Plätze und geht auf damit verbundene Personen ein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Schicksal jüdischer Mitbürger, die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Sonneberg ansiedelten und geachtete Bürger der Stadt waren.

Begleitet wurde die Arbeit durch Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs und Maria Reinhardt von der Bibliothek des Deutschen Spielzeugmuseums, die die Recherchen tatkräftig unterstützten sowie Doris Pechtold-Wicklein von der Friedhofsverwaltung, die bei der Ortung der Gräber behilflich war. Die Broschüre wurde durch die Firma Trautmann Druck gedruckt.

Die Begehung der Wege ist sowohl individuell mit Hilfe der Broschüre als auch bei organisierten Führungen möglich. Angedacht ist auch eine digitale Möglichkeit als Erinnerungsmeile. Führungen erfolgten bereits im Rahmen der Seniorenwanderung. Weitere Führungen sind durch den Sonneberger Museums- und Geschichtsverein geplant.

Die Broschüre ist zu einem Preis von 10 Euro erhältlich. Der Verkauf erfolgt über den Museums- und Geschichtsverein im Rahmen des Internationalen Puppenfestivals vom 10. bis 17. Mai am Stand des Museumsvereins. Erhältlich ist sie ebenfalls bei Autor Hilmar Rempel ab 26. Mai 2026 nach telefonischer Rücksprache unter 0176 61093411.

Der „Sonneberger Museums- und Geschichtsverein e.V.“ wurde 1990 neu gegründet und steht in der Nachfolge des 1901 gegründeten „Vereins zur Gründung eines Industrie- und Gewerbemuseums des Meininger Oberlandes in Sonneberg“ – der Keimzelle des Spielzeugmuseums. Neben der ideellen, praktischen und finanziellen Unterstützung der Arbeit des Deutschen Spielzeugmuseums verfolgt er als Ziel die Förderung der heimatgeschichtlichen Forschung und deren Popularisierung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit in diesem Jahr ist die Vorbereitung des 125-jährigen Jubiläums des Spielzeugmuseums und des Vereins. Text: Hilmar Rempel

„Wir sind an einem geschichtsträchtigen Tag zusammengekommen. Ich möchte ein großes Dankeschön an den Museums- und Geschichtsverein richten, dass dieses Wissen konserviert worden ist. Da, wo wir täglich langlaufen, haben das auch die vorhergehenden Generationen getan. Es ist ein gutes Zeichen, dass Stadt und Landkreis hier zusammengewirkt haben und unsere Geschichte nicht in Vergessenheit gerät“, sagte der Hauptamtliche Beigeordnete der Stadt Sonneberg, Christian Dressel.

Kreisheimatpfleger Thomas Schwämmlein, die Ehrenamtliche und der Hauptamtliche Beigeordnete Doris Motschmann und Christian Dressel, Landrat Robert Sesselmann, Archiv-Mitarbeiterin Nicki Stamm, der Vorsitzende des Museums- und Geschichtsvereins Sonneberg Stefan Kühn und Autor Hilmar Rempel (von links) stellen die neue Broschüre im Rathaus der Stadt vor. Foto: Stadt Sonneberg/C. Heinkel