Es ist eine beliebte Strecke für Spaziergänger, Gassi-Geher und Radfahrer – der Feldweg entlang der Röthen zwischen dem Sonneberger Ortsteil Bettelhecken und dem Neustadter Ortsteil Wildenheid. Wie die Verkehrsbehörde der Stadt Sonneberg allerdings hinweist, ist der Abschnitt an der Querung unterhalb der Bundesstraßenbrücke seit längerer Zeit gesperrt und damit der Weg nicht passierbar.
Eine mobile Beschilderung wurde sofort nach Bekanntwerden des erheblichen Streckenschadens aufgestellt, blieb aber leider durch unvernünftige Passanten nicht an Ort und Stelle und wurde deshalb ganz aktuell durch eine dauerhafte Anbringung vom Bauhof der Stadt ersetzt. Bis auf Weiteres wird der Schaden nämlich nicht repariert. Und das hat Gründe.
Wegen eines angesiedelten Bibers und seiner Bauwerke im Flussbett (siehe Fotos) hat sich die Röthen bereits im vorigen Winter aufgestaut, für die Überschwemmung von Feldern und die Unterspülung des Flussbettes gesorgt. Wichtige Teile des vorhandenen Weges wurden dabei weggeschwemmt und werden vorerst nicht wieder in Stand gesetzt. Warum?
So lange die Biber-Problematik nicht geklärt ist, besteht die realistische Gefahr, dass nun der Weg an den betroffenen Stellen, vor allem unterhalb der Brücke, mit viel Geld saniert wird und das Gleiche wieder passiert. Das wäre in etwa so, als würde man die Geldscheine direkt in die Röthen werfen. An einer Lösung des Dilemmas arbeiten die zuständigen Behörden aus Stadtverwaltung und Landratsamt.
Dazu muss man wissen: Der Biber genießt in Thüringen strengen gesetzlichen Schutz, der von der Unteren Naturschutzbehörde überwacht wird. Es ist demnach verboten, Biber zu fangen, zu verletzen, zu töten oder erheblich zu stören. Auch Dämme, Bauten sowie Fortpflanzungs- und Ruhestätten sind streng geschützt.
Für Bürgermeister Dr. Heiko Voigt steht fest: „So lange sich die zuständigen Behörden nichts einfallen lassen und sich bewegen, um eine grundsätzliche und nachhaltige Lösung zu finden, müssen wir mit der Störung durch Biber-Bauwerke und den damit verursachten Schäden leben. Für die Stadt Sonneberg ist das eine völlig unbefriedigende Situation, an der wir außer permanenten Appellen nichts ändern können.“