Nicht einmal die Totenruhe wird respektiert: In den letzten Tagen häufen sich erneut Diebstähle auf dem Hauptfriedhof in Sonneberg. Mehrfach sind Bürger wegen geklauter Sträuße, Blumenschalen oder sogar Grabbepflanzung auf die Friedhofsverwaltung zugekommen. „Momentan gibt es wieder mehr Beschwerden“, sagt Mitarbeiterin Doris Pechtold-Wicklein. Schon im vorigen Jahr hatten Friedhofsmitarbeiter eine zunehmende Tendenz von Grabschändungen festgestellt.
Die Stadtverwaltung weist mit Nachdruck darauf hin, dass ein Blumendiebstahl auf dem Friedhof kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Verstoß gegen § 189 des Strafgesetzbuches. Das Andenken Verstorbener werde durch solch eine Tat verunglimpft und geht mit einer Freiheits- oder Geldstrafe einher. Ein Diebstahl von Pflanzen oder Grabzubehör sei zusätzlich einfach pietät- und respektlos, so Sachgebietsleiterin Jana Flessa aus dem städtischen Bauamt.
Die Stadtverwaltung empfiehlt, dass Betroffene im Fall eines Pflanzen- oder Grabschmuckdiebstahls Anzeige bei der Polizei erstatten sollen. Eine Überwachung mit Kameras ist aus datenschutzrechtlichen Gründen, eine personelle Überwachung aus finanziellen Gründen nicht abbildbar. Dringend sei angeraten, keine wertvollen Gegenstände auf oder an den Gräbern zu platzieren oder keine ausgefallenen, teuren Pflanzen zu verwenden, um möglichst wenig Anreiz für Diebe zu schaffen.
Besucher werden gebeten, die Augen vor Ort offen zu halten und auffällige Personen oder ungewöhnliches Verhalten den städtischen Mitarbeitern zu melden.