Industriegebiet Süd: Planmäßige Fortschritte auf Sonnebergs größter Baustelle

Es ruckt auf der größten Baustelle von Sonneberg: Im August 2025 setzte Thüringens Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum Colette Boos-John mit der Baggerschaufel den ersten „Spatenstich“ für das Industriegebiet „H2Region Thüringen/Franken“, kurz Sonneberg-Süd genannt. Knapp zehn Monate später ist schon richtig was zu sehen und viel Bewegung auf der Fläche an der L2662.

Wie das Bauamt der Stadt Sonneberg mitteilt, geht es planmäßig bei der Erschließung der ersten knapp 12 Hektar voran. Eine Löschwasserzisterne mit 400 Kubikmeter Volumen ist fertiggestellt. Sedimentations- und Regenrückhaltebecken laufen ebenfalls planmäßig und werden voraussichtlich bis August 2026 abgeschlossen sein. Der Kanal zur Oberflächenentwässerung und eine Trinkwasserleitung in der L2662 sind fertiggestellt, der Lückenschluss zur TWA Heubisch erfolgt in den kommenden Monaten durch die VSTR AG Rodewisch. Momentan wird von der STRABAG AG die äußere Anbindung an die L2662 hergestellt, weswegen es aktuell bis voraussichtlich zum 30. Juni 2026 zu einer Sperrung der Landesstraße am Abzweig der B4 nach Heubisch kommt.

Bereits im Vorfeld der Maßnahme wurde mit allen Beteiligten nach einer Lösung für eine Verkehrsanbindung gesucht, die die umliegenden Orte möglichst wenig belastet. Da der Baustellen-Verkehr direkt über die Landesstraße und die Bundesstraße 4 rollt, werden die anliegenden Ortschaften davon ohnehin nicht berührt. Die Erreichbarkeit der Ortslage Heubisch bleibt trotz der Baumaßnahmen über die südliche Erschließung der B4 dauerhaft für Pkw gewährleistet und ist eng mit der Genehmigungsbehörde abgestimmt. Direkt durch den Ort dürfte damit sogar weniger Verkehr fließen, da aus Richtung Sonneberg durch die Sperrung der L2662 derzeit keine Zufahrt möglich ist.

„Die Aufgabe der Stadt Sonneberg war und ist es nicht, mit der Erschließung des IG-Süd bereits vorhandene Verkehrsprobleme in den Ortslagen der Gemeinde Föritztal zu lösen, sondern gerade durch das neu entstehende Industriegebiet keine neuen Verkehrsprobleme zu schaffen“, betont Bürgermeister Dr. Heiko Voigt. „Das gelingt durch die direkte Anbindung des Industriegebietes an die Bundesstraße, wodurch kein Quell- und Zielverkehr des Industriegebietes die Gemeindestraßen nutzen muss“, so der Bürgermeister. Die Umlandgemeinden seien jederzeit in die Planungen mit einbezogen gewesen, um ggf. subjektive Probleme gemeinsam innerhalb des Projektes mit umzusetzen. Gemeinsam gedachte Lösungen, so der Stadtchef, „wurden leider von einigen betroffenen Umlandgemeinden nicht befürwortet“.

Das Industriegebiet Sonneberg-Süd wird als überregional bedeutsamer Standort im Landesentwicklungsplan des Freistaates Thüringen geführt und mit 9 Millionen Euro durch das Land Thüringen und den Bund gefördert. Mit Grundstücksgrößen ab zwei Hektar richtet es sich nicht nur an regionale Unternehmen, sondern auch an deutschland- bzw. europaweit und international agierende Konzerne.

Das in Summe rund 80 Hektar (entspricht 112 Fußballfeldern) große Areal ist eines der ambitioniertesten Entwicklungsprojekte der letzten Jahre in der gesamten Region. Es bietet optimale Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Industrie- und Technologieunternehmen – mit moderner Infrastruktur, attraktiven Grundstückspreisen und einer hervorragenden Anbindung an wichtige Verkehrsadern wie der A73 und A9. Der erste Bauabschnitt mit knapp 12 Hektar soll bis voraussichtlich Ende 2026 erschlossen sein.

„Grundlegend bleibt festzustellen, dass die Baumaßnahme der Stadt Sonneberg der gewerblich-industriellen Zukunft des gesamten Landkreises dient und diese Maßnahme ggf. in den kommenden 100 Jahren nachwirken wird. In diesem Zusammenhang ist eine Baumaßnahme über einen Zeitraum von ca. 18 Monaten in einem begrenzten, zeitlichen Rahmen in ihren Auswirkungen zu relativieren“, erläutert Sonnebergs Bauamtsleiter Holger Scheler abschließend.

Aus der Vogelperspektive ist hier die wohl zurzeit größte Baustelle Sonnebergs zu sehen. Fotos: Stadt Sonneberg