Renate Müller ist frisch gebackene Ehrenbürgerin der Stadt Sonneberg

Jahresempfang des Bürgermeisters am Freitag, 30. Januar 2026 im Gesellschaftshaus Sonneberg: Knapp 300 Besucher wurden Zeugen einer ganz besonderen Auszeichnung mit Überraschungseffekt: Die bekannte Sonneberger Spielzeug-Designerin Renate Müller saß zunächst nichtsahnend mit ihrer Familie im Publikum, als Bürgermeister Dr. Heiko Voigt einen Akt ankündigte, den es in der Stadt Sonneberg seit Mitte der 1960-er Jahre nur drei Mal gegeben habe.

Im Anschluss an einen Filmbeitrag über das Lebenswerk der 80-jährigen Sonnebergerin verkündete er, dass sie laut Stadtratsbeschluss vom November 2025 zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt ernannt wird. „Damit steht sie nun zum Beispiel in einer Reihe mit bedeutenden Sonneberger Persönlichkeiten wie Prof. Cuno Hoffmeister, Olympiasiegerin Silke Kraushaar und Dramatiker Tankred Dorst“, erläuterte der Stadtchef.  

Sichtlich gerührt und voller Emotionen betrat die für ihre Rupfentiere in aller Welt bekannte Renate Müller die G-Haus Bühne, um die Ehrenbürgerurkunde und Glückwünsche entgegen zu nehmen. Ein besonderer Teddy der Firma Martin Bären als Erinnerung an die Verleihung der Ehrenbürgerschaft sowie ein Eintrag in das Goldene Buch der Stadt komplettierten die besondere Auszeichnung.

„Ich wusste gar nichts davon und bin total baff“, sagte Müller unmittelbar nach der Veranstaltung immer noch sichtlich bewegt und in Dauerschleife Glückwünsche entgegennehmend. Die Familie war zwar eingeweiht, hatte aber nichts verraten, um die Überraschung perfekt zu machen. Noch bis zum 19. April 2026 zeigt das Deutsche Spielzeugmuseum eine Sonderausstellung des Lebenswerks von Renate Müller.

Den Jahresempfang zum Anlass nahm Bürgermeister Dr. Voigt, um außerdem verdiente Feuerwehrkameradinnen und Kameraden zu ehren. Unter ihnen auch Roland Blaschke, der seit 73 Jahren der Feuerwehr Sonneberg angehört und immer noch in der Alters- und Ehrenabteilung aktiv ist. Er erhielt die Silberne Feuerwehr-Ehrenamtsmedaille als limitierte Auszeichnung. Damit ist der 93-Jährige, bekannt vom gleichnamigen Orthopädiehaus, erst der 5. Angehörige der Feuerwehren des Landkreises Sonneberg, der diese Ehrung überhaupt erhalten hat.

Weil sie das kulturelle Leben der Stadt Sonneberg mit ihrem Wirken über einige Jahrzehnte bereichert haben, erhielten die Musiker der zuletzt in der Formation „New Memory Band“ auftretenden Band eine Ehrung: Peter Warnke, Udo Neidnicht, Thomas Beine, Annette Streng, Jost Morgenroth sowie Stefan Jäckel-Helm wurden ebenfalls nochmal auf die Bühne geholt, um Danke zu sagen.

Der Abend nahm seinen Ausklang mit einer letzten Ehrung für die scheidende G-Haus-Chefin Susanne Müller. Voraussichtlich ab April dieses Jahres wird sie die Sonneberger Gefilde verlassen und in Bad Staffelstein ein neues Aufgabenfeld beackern. Dafür wünschte ihr der Rathauschef viel Erfolg.

Vor diesen positiven Höhepunkten des Abends gab es deutliche Kritik zum Zustand unserer Wirtschaft und der Gesellschaft insgesamt. Sowohl Festredner Michael Sieber, Gründer und Gesellschafter des Konzerns Simba Dickie, als auch Bürgermeister Dr. Heiko Voigt richteten diese Kritik in ihren Ausführungen vor allem in Richtung Berlin: Voigt nahm dabei Bezug auf die Neujahrsrede des Bundeskanzlers: „Ja, ich bin zuversichtlich, so wie es Friedrich Merz von den Bürgern verlangt. Ich füge aber hinzu: Zuversicht braucht äußere Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, sonst wird aus Zuversicht Naivität. Und genau diese Voraussetzungen und Rahmenbedingungen muss er, der Kanzler, mit seiner Regierung schnellstmöglich hinbekommen. Um den Rest bemühen wir uns dann auf kommunaler Ebene.“

Festredner Michael Sieber, Gründer und Gesellschafter der Simba Dickie Group (links) und Sonnebergs Bürgermeister Dr. Heiko Voigt (rechts) beglückwünschen eine deutlich überraschte Renate Müller.