Die Partnerstädte Sonneberg und Neustadt auf Zwischenevaluierung

Region stärken

Wie steht es um die gemeinsame Zusammenarbeit der Städte im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung bzw. der Regionalentwicklung? Was konnte man bisher erreichen und welchen Themen und Schwerpunkten möchte man sich zukünftig verstärkt widmen?

Um sich mit diesen Fragen intensiv zu beschäftigen, trafen sich die Bürgermeister beider Städte gemeinsam mit Mitarbeitenden aus Stadtplanung und Bauamt, des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken, des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie der Umsetzungsbegleitung vom 20.-21. November 2023 in der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim. Durchgeführt und moderiert wurde die zweitägige Veranstaltung von der Schule für Dorf- und Flurentwicklung. Im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung bzw. der Regionalentwicklung arbeiten die Städte Sonneberg und Neustadt b. Coburg bereits seit 2017 zusammen. Inhaltlich bestand das Seminar darin, auf bisherige Erfolge zurückzublicken und eine gemeinsame Zielsetzung für die zukünftige Zusammenarbeit festzulegen.

Rückblick der bisherigen Zusammenarbeit

  • Im Jahr 2017 startete der Prozess der länderübergreifenden Zusammenarbeit an der bayerisch-thüringischen Grenze mit Beginn der Erstellung des ILREK (Integriertes Länderübergreifendes Regionales Entwicklungskonzept)
  • 2020 wurde das ILREK abgeschlossen
  • Im Frühjahr 2022 begann die Umsetzungsbegleitung sich um die zielgerichtete Umsetzung der Maßnahmen aus dem ILREK zu kümmern
  • Für die Fortführung der Zusammenarbeit im Rahmen der ILE/Regionalentwicklung benötigt es eine Zwischenevaluierung. Diese fand Ende November 2023 statt.

Die Zusammenarbeit wird gefördert durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken sowie das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Stand der Projektumsetzung

Seit Frühjahr 2022 konnten die Städte bereits an einigen Schnittstellen vorankommen und enger zusammenwachsen. Es zeigt sich, dass davon vordergründig jene Maßnahmen betroffen sind, in denen die Städte unkompliziert und eigenmächtig Entscheidungen treffen können. Dazu gehört beispielsweise die Vernetzung im Bereich des Wasserstoffs (sowohl auf Verwaltungs- als auch auf Bildungsebene), der Ämter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, der Sicherheits- und Rettungsdienste, der Umsetzung eines gemeinsamen Marktflyers mit begleitender Kunden- und Händlerbefragung, die Einführung einer gemeinsamen SON.NEC Rubrik in den Mitteilungs-/Amtsblättern und auf der Homepage sowie einer interaktiven Karte für die regionale Daseinsvorsorge. Die Aufmerksamkeit über die städtische Zusammenarbeit konnte durch einen öffentlichkeitswirksamen Pressetermin Anfang November 2023 ebenfalls gesteigert werden.

Doch noch stellen rechtliche und bürokratische Hemmnisse sowie unterschiedliche Förderregularien an der Landesgrenze eine große Herausforderung für SON.NEC dar. Diese sollen zukünftig Schritt für Schritt überwunden werden.

Ausblick und zukünftige Zielrichtung

Einstimmig fassten die Anwesenden den Beschluss, die städtische Zusammenarbeit auch weiterhin fortzuführen. So wurde auch über die zukünftige Ausrichtung und die Kooperationsschwerpunkte der nächsten Jahre diskutiert. Wie bereits erwähnt, stellt die Landesgrenze auf mehreren Ebenen eine enorme Hürde dar, die sich zahlreich in täglichen Absurditäten vor Ort äußern. An der Grenze endende Kartengrundlagen, mangelnde Abstimmung im Bereich der ärztlichen Versorgung, unterschiedliche Förderregularien, länderspezifische Zuteilungen der Sicherheits- und Rettungsdienste, fehlende Abstimmung hinsichtlich der Kita-Finanzierungen, unterschiedliche Sport-Ligen sowie getrennte Energienetze sind nur einige davon. Zukünftig soll der Fokus also auf den infrastrukturellen und übergeordneten Themen liegen. Dass hier noch einige Steine aus dem Weg zu räumen sind, ist allen Beteiligten bewusst. Man möchte die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben.

In den folgenden Jahren wird man sich u.a. folgenden Themen verstärkt widmen und anstoßen, was möglich ist:

  • Kooperationsraum in der Landesentwicklungsplanung
  • Länderübergreifende Zuordnung der Berufsschulen
  • Verbesserung der Ärztlichen Versorgung
  • Kommunale Wärmeplanung
  • Länderübergreifende Gewässerentwicklung & Hochwasserschutz
  • Länderübergreifende Strategie zur Kinderbetreuung (außerschulisch)
  • Vernetzung der Radwege in Richtung Thüringen
  • S-Bahn ähnlicher Ausbau der Bahnverbindung

Nach dem Seminar blicken alle Teilnehmenden positiv in die Zukunft und freuen sich auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit, um die Region nachhaltig zu stärken und gemeinsam zu wachsen. Text: Katharina Gogolin, CIMA

Eine Gruppe von Männern und Frauen steht vor dem Eingang eines Klosters.
Die Vertreter der Allianz SON.NEC trafen sich im November zur Evaluierung in Klosterlangheim. Foto: Julia Gerstberger, Schule für Dorf- und Flurentwicklung.

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