Thüringer Bildungsminister zu Gast an der SBBS

Einen Eindruck über die MINT-freundliche Stadt Sonneberg verschaffte sich Ende April der Thüringer Bildungsminister Helmut Holter, der zu diesem Anlass die Staatliche Berufsbildende Schule Sonneberg (SBBS) besuchte. Der Minister informierte sich im Beisein von Schulleiter Steffen Werner, dem stellvertretenden Schulleiter Uwe Blechschmidt und einigen Lehrkräften der SBBS sowie dem Referenten für Berufsbildende Schulen im Staatlichen Schulamt Südthüringen Herrn Markus Schmidt und dem Sonneberger Bürgermeister Dr. Heiko Voigt insbesondere über die MINT-Aktivitäten im Fabrikationslabor (FabLab).

Während des Ministerbesuchs kamen sowohl schulische Fragen als auch die Angebote der Bildungseinrichtung, wie beispielsweise die Technikerweiterbildung zur Sprache. Warum die SBBS sich als besonders MINT-freundlich auszeichnet? Dies erfuhr Minister Holter aus erster Hand: Einzelne MINT-Projekte im FabLab werden u. a. durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Der Förderverein der Staatlichen Berufsbildenden Schule Sonneberg e. V. ist Verbundpartner im MINT-Cluster „MINT-freundliches Sonneberg“. Das Verbundprojekt „MINT-freundliches Sonneberg – MINT-SON“ (16MCJ1100) wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Regionale Cluster für MINT-Bildung von Jugendlichen“ [10 bis 16 Jahren] im Förderbereich „MINT-Bildung für Jugendliche“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell unterstützt.

Nach dem Empfang am Haupteingang der SBBS ging es direkt zum FabLab, wo Uwe Blechschmidt die Tätigkeiten und Inhalte erklärte. An diesem Tag war die Integrative Kindertagestageinrichtung „Köppelsdorfer Kinderwelt“ mit 28 Mädchen und Jungen aus der unmittelbaren Nachbarschaft der SBBS zum Experimentieren vorbeigekommen. Der KITA-MINT-Tag, welcher u. a. durch die MINT-freundliche Stadt Sonneberg unterstützt und organisiert wird, richtet sich an alle Schulanfänger der Sonneberger Kindergärten. In der Woche vom 17. bis 21. April bzw. vom 2. bis 5. Mai erhielten sie alle Gelegenheit, die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik an Anwendungsbeispielen kennen zu lernen. An verschiedenen Stationen erfuhren die Kinder und Minister Holter etwas über Robotik, Wasserstoff, Gewässer- und Bodenanalyse und Seifenblasen etc. – praxisnah und verständlich aufbereitet. Auch machten die Gäste Bekanntschaft mit drei besonderen Mitgliedern der SBBS-Schulfamilie. Seit dem vorigen Jahr verstärken zwei NAO-Roboter den „großen“ Robby, ebenfalls ein humanoider Roboter. Das Trio wird durch die AG Robotik an der SBBS unter der Leitung von Joachim Müller schrittweise programmiert, so dass es beispielsweise sprechen lernt und einen Dialog führen kann. Da staunten sowohl der Minister als auch die Vorschüler der Köppelsdorfer Kinderwelt nicht schlecht.  

Neue Fachrichtung am Beruflichen Gymnasium

Im Anschluss an den praktischen Teil im FabLab besuchte der Bildungsminister die Technikerausbildung (Deutscherer Qualifizierungsrahmen, DQR 6 = Bachelorniveau), die an der SBBS in Teil- oder Vollzeit mit verschiedenen MINT-Weiterbildungen angeboten werden. Bei der anwesenden Vollzeitklasse befragte Helmut Holter die Technikeranwärter und die Schulbelegschaft nach Details der Qualifizierung. Bei dieser Gelegenheit wurde das neue Softwarepaket Siemens NX vorgestellt, das es außer in Sonneberg nur noch an der Staatlichen Berufsschule in Mühlhausen im Freistaat Thüringen gibt.

Ein Zimmer weiter lernten gerade die angehenden Abiturienten für die anstehenden Abschlussprüfungen. Die jungen Leute nutzten den Ministerbesuch ebenso für einen offenen Austausch wie die angehenden Techniker. Die SBBS bietet aktuell drei Fachrichtungen am Beruflichen Gymnasium an: Wirtschaft, Elektrotechnik bzw. Gestaltungs- und Medientechnik. Ab dem Schuljahr 2024/25 wird es eine vierte Fachrichtung im Beruflichen Gymnasium geben. Das Angebot wird um den Schwerpunkt Daten- und Informationstechnik und durch ein entsprechend gestaltetes Wahlpflichtfach (Gesundheit und IT- Management – Einführungsphase) sowie die Vertiefung mit Medizininformatik (Oberstufe) erweitert. Bei allen vier Fachrichtungen stehen MINT- und MINT-nahe Fächer im Vordergrund.

Auf einem Tische liegen Experimentierkoffer. Links stehen Jugendliche in weißen Kitteln. Rechts stehen Männer im Anzug.
Welche Möglichkeiten die SBBS in Sachen MINT bietet, konnte der Thüringer Bildungsminister Helmut Holter (Mitte) im FabLab aus erster Hand erfahren. Fotos: Stadt Sonneberg

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