29.04.2017

Starke Stadt Sonneberg ist Grundlage für zukunftsfähige Region

Bahnhofstraße thumbEs gibt keine Zweifel, dass Sonneberg die erfolgreichste Kreisstadt insbesondere in Sachen Wirtschaft und Arbeitsmarkt im Freistaat Thüringen ist. Sollte die derzeitige Thüringer Landesregierung und der Thüringer Landtag die Gebietsreform in Thüringen zum Schaden des gesamten Sonneberger Landes vollziehen, dann werden sie ihre eigene Basis schwächen und unser Sonneberger Land wird in einem mehrheitlich fremdbestimmten Gebilde – Monsterkreis – aufgehen. So hätte noch vor zwei Wochen unsere Einschätzung ausgesehen.
Seit letzter Woche hat sich die Sachlage vollkommen geändert. Ein Konglomerat aus Hildburghausen, Suhl und Sonneberg nebst Teilen von Oberhof und Zella-Mehlis soll unsere Zukunft werden. Doch keine 24 Stunden später werden neue Vorschläge unterbreitet. Verlässlichkeit sieht anders aus.
Es ist bemerkenswert, wenn die höchsten politischen Organe Thüringens offensichtlich im Stundentakt einer Orientierungsänderung unterliegen. Dass unser Vertrauen und dass der Glauben der Einwohner des Sonneberger Landes in die Verlässlichkeit von Aussagen politischer Institutionen schwinden, ist bedauerliche Folge.
Eine Gebietsreform greift in das Schicksal der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Sonneberg und seiner Nachbarkommunen fundamental ein. Vieles soll sich nicht zu unserem Vorteil verändern. Wichtige Aufgaben und Einrichtungen sollen weg von Sonneberg – heute zum Kreissitz Hildburghausen und morgen nach Suhl – verlegt werden. Auf der einen Seite scheint es Dilettantismus, auf der anderen Seite Strategie, die Handlungsoption von bestimmten Mandatsträgern in Erfurt, zu sein. Wir lassen uns aber unsere Kreisstadt Sonneberg nicht nehmen.
Fakt ist, wenn der Kreissitz entfällt, dann verlieren wir Arbeitsplätze nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in wirtschaftlich angegliederten Unternehmen. Die Kaufkraft sinkt und auch einen Einwohnerverlust werden wir zu verzeichnen haben. Wer meint, die kleineren Umlandgemeinden bleiben von Auswirkungen verschont, der irrt. Geringere Kaufkraft wird das Angebot vor Ort reduzieren.
Sonneberg muss als Zukunftsmotor stark sein. Nur dann wird sich das Sonneberger Land weiter positiv entwickeln können, als Wirtschaftsstandort, als Schulstandort, als Wohnstandort mit einer attraktiven Infrastruktur.
Verwunderlich ist die Tatsache, dass Mitglieder des Thüringer Landtages, wie Herr Frank Kuschel, die das Vorschaltgesetz mit verabschiedet haben, nun in die Gemeinden reisen, um Bürgern dort etwas glaubhaft zu machen, dass mit diesem Gesetz nicht zu vereinbaren ist und dass zudem noch die allgemeinen Kriterien der Landesplanung ignoriert. Ist das ehrlich? Oder geht es nicht vielmehr um Zwistigkeiten und Zwietracht innerhalb der kommunalen Familie zu säen? Um dann aufgrund von Uneinigkeit leichteres Spiel bei der Wegnahme der Kreisstadt von Sonneberg zu haben?
Verlassen wir uns lieber auf uns selbst. Unsere Zukunft ist es uns wert, dass wir Positionen neu überdenken, aufeinander zugehen und zusammenstehen. In unser aller Interesse: Lassen Sie eine Schwächung der Kreisstadt Sonneberg, des Mittelzentrums Sonneberg und damit der gesamten Sonneberger Region nicht zu!

Dr. Heiko Voigt, Bürgermeister der Stadt Sonneberg

 

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