24.03.2020

Foto MNS-Aktion

Mit selbstgeschneidertem Mund-Nasen-Schutz Corona-Ausbreitung verlangsamen

Sonneberg ruft alle Bürger zu einer großen Gemeinschaftsaufgabe auf

Die Stadt Sonneberg ruft alle Bürger zu einer großen Gemeinschaftsaufgabe auf: „Wir wollen wirklich nichts unversucht lassen, um unsere Bevölkerung zu schützen und die Ausbreitung des Corona-Virus bei uns vor Ort zu verlangsamen“, begründet Bürgermeister Dr. Heiko Voigt die durchaus auch in diesen Tagen außergewöhnliche Aktion. Sonneberg will in den nächsten vier Wochen alle Einwohner mit einem Mund-Nasen-Schutz ausstatten. Das Besondere dabei: nachdem es auf dem Markt kaum mehr Mundschutz zu kaufen gibt, sollen sich die Sonneberger einen provisorischen Schutz selbst schneidern. Dazu hat die Stadt auf ihrer Homepage eine Anleitung und ein Schnittmuster im 1:1-Format zum Download eingestellt.

Nachdem ein am Sonntag-Abend veröffentlichter Facebook zu der Aktion auf große Resonanz gestoßen ist, wurde der Gedanke ausgeweitet. "Wir wollen nun aus der zunächst angedachten Information zum Eigenschutz eine regelrechte Kampagne entwickeln“, so Bürgermeister Dr. Voigt. Dies wäre die logische und konsequente Fortfühung des bereits in Umsetzung befindlichen Plans der Stadtverwaltung, speziell für Beschäftigte in der mobilen und stationären Pflege sowie für pflegebedürftige Menschen eine Grundausstattung von 1.000 dieser wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schützer produzieren zu lassen.

„Mit unserem heimischen Unternehmen Martin-Bären haben wir auch einen Partner gefunden, der sofort zugesagt hat, die Produktion aufzunehmen“, bedankt sich Dr. Voigt bei Juniorchefin Sina Martin für ihre sofortiges JA und ihre tatkräftige Unterstützung der Aktion. „Vier Näherinnen von Martin-Bären schneidern seit Montag im Akkord und fertigen inzwischen 200 Mundschützer pro Tag“, so das hochzufriedene Stadtoberhaupt.

Zusammen mit dem täglich zusammenkommenden städtischen Corona-Krisenstab wurde die Aktion nunmehr jedoch ausgeweitet und ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: wenn möglich bis Ostern soll jede und jeder Sonneberger zumindest einen Mund-Nasen-Schutz sein Eigen nennen und bestmöglich nur noch mit diesem Mundschutz ins Freie gehen. „Dann würden wir der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus wieder etwas entgegensetzen“, so Dr. Voigt.

Jetzt hoffen Bürgermeister Dr. Heiko Voigt und sein Krisenstab auf eine solidarische Gemeinschaftsleistung aller Sonneberger: „Natürlich können wir 25.000 Mundschützer nicht käuflich erwerben. Aber wenn jeder, der zuhause eine Nähmaschine hat, nach verwendbaren Stoffen schaut und für sich und sein persönliches Umfeld näht, dann sollte unser Ziel erreichbar sein.“ Zumal auch schon das Jobcenter und sein Partner P & S-Seminare Unterstützung angeboten haben. Weitere werden vielleicht folgen.

Bis Ostern soll die Aktion abgeschlossen sein. Und natürlich bietet die Stadt dabei Unterstützung an: Selbstgenähte Mund-Nasen-Schützer werden von der Stadtverwaltung mit Hygienespüler gewaschen und zunächst an ältere Mitbürger verschickt. 4.500 Adressen liegen schon vor. Dazu sind Menschen mit viel Publikumskontakt eine erste Zielgruppe – seien es Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel, Bus- und Taxifahrer, Lieferdienste usw. Wer Mundschützer zum Verteilen zur Verfügung stellen will, kann diese in der Hygieneschleuse des Rathauses in der Stadtbibliothek abgeben. Die zielgerichtete Verteilung wird sichergestellt. Dabei sollen zunächst besonders gefährdete Personenkreise ausgestattet werden.

Nicht geeignet sind die selbst genähten Mundschützer sicher im medizinischen Bereich. „Wir sind uns der Grenze dieser Schutzmaßnahme natürlich bewusst“, erläutert Beigeordneter Christian Dressel. Aber Fachleute sehen dies als probates Mittel an, wenn professioneller Mundschutz nicht zur Verfügung steht. Und für Privatbürger ist der Markt leergefegt. „Auf der Straße zum Einkaufen muss es auch gar kein Profi-Exemplar sein. Die sollten wir unseren Krankenhäusern, Ärzten und Rettungsdiensten überlassen, die absolut auf solchen Schutz angewiesen sind“, so Dressel.

Bleibt zu hoffen, dass der Aktion auch der nötige Erfolg beschieden ist und die neue Grußformel „Und bleib gesund“ weitgehend in Erfüllung geht.

Die Anleitung und das Schnittmuster im 1:1-Format stehen hier zum Download zur Verfügung. Für Rückfragen zu der Aktion hat die Stadtverwaltung extra die eMail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! eingerichtet.

MNS-Schnittmuster Seite 1

 

MNS-Schnittmuster Seite 2

Zusätzliche Informationen