Führungszeugnis

Jeder Person, die das 14. Lebensjahr vollendet hat, wird auf Antrag ein Führungszeugnis erteilt. Hat der Betroffene einen gesetzlichen Vertreter, so ist auch dieser antragberechtigt.
 
Der Antrag kann bei der Meldebehörde gestellt werden, bei der der Einwohner mit Haupt-oder Nebenwohnung gemeldet ist. Bürger, die nicht im Bundesgebiet gemeldet sind, müssen den Antrag direkt beim Bundesamt für Justiz, 53113 Bonn stellen. Das Führungszeugnis selbst wird direkt vom Bundesamt für Justiz in Bonn - Dienststelle Bundeszentralregister - erstellt und je nach Verwendungszweck an die Wohnadresse des Antragstellers bzw. an die der anfordernden Behörde gesandt.
 
Der Antrag auf Ausstellung eines Führungszeugnisses ist persönlich bei der Meldebehörde vorzunehmen. Zur Beantragung ist der Personalausweis oder Reisepass vorzulegen und die entsprechende Gebühr in bar oder per EC-karte zu entrichten.
 

Führungszeugnis für eine Behörde

Wird das Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde (Belegart O) beantragt, so wird es vom Bundesamt für Justiz direkt an die vom Antragsteller genannte deutsche Behörde übersandt. Hierfür ist der Verwendungszweck sowie die Postadresse der anfordernden Behörde zwingend notwendig.


Führungszeugnis für private Zwecke

Bei Beantragung eines Führungszeugnisses für private Zwecke (Belegart N) wird das Führungszeugnis direkt vom Bundesamt für Justiz an die Meldeadresse des Antragstellers gesandt.
 

Erweitertes Führungszeugnis

Mit dem am 1. Mai 2010 in Kraft getretenen 5. Gesetzes zur Änderung des Bundeszentralregistergesetzes ( BZRG ) vom 16.Juli 2009 wird in den §§ 30a, 31 BZRG ein "erweitertes Führungszeugnis" eingeführt, welches über Personen erteilt werden kann, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- und jugendnah tätig sind oder werden sollen. Bislang wurden Verurteilungen wegen bestimmter Sexual- und Missbrauchsverfahren erst ab einer Mindeststrafe in das Führungszeugnis aufgenommen.
 
Durch diese Änderung des BZRG soll sichergestellt werden, dass im Interesse eines effektiven Kinder- und Jugendschutzes sexualstrafrechtliche Verurteilungen auch im untersten Strafbereich in das erweiterte Führungszeugnis aufgenommen werden.
 
Nach § 30a des Änderungsgesetzes kann ein erweitertes Führungszeugnis auf Antrag erteilt werden,
  • wenn die Erteilung in gesetzlichen Bestimmungen unter Bezugnahme auf diese Vorschrift vorgesehen ist oder wenn das erweiterte Führungszeugnis benötigt wird für
  • die Prüfung der persönlichen Eignung nach § 72a des Achten Buches Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe -,
  • eine sonstige berufliche oder ehrenamtliche Beaufsichtigung, Betreuung, Erziehung oder Ausbildung Minderjähriger oder
  • eine Tätigkeit, die in einer vergleichbaren Weise geeignet ist, Kontakt zu  Minderjährigen aufzunehmen.
 
Wer einen solchen Antrag stellt, hat eine schriftliche Aufforderung bei persönlicher Antragstellung vorzulegen, in der die Person, die das erweiterte Führungszeugnis vom Antragsteller verlangt, bestätigt, dass die vorgenannten Voraussetzungen vorliegen. Wird eine solche Bescheinigung bei Antragstellung nicht vorgelegt, kann ein erweitertes Führungszeugnis nicht beantragt werden.
 
Der Antragsteller kann das erweiterte Führungszeugnis mit entsprechender Bestätigung für sich selbst bekommen ( private Zwecke, Vorlage beim Sportverein oder dem Arbeitgeber ) - Belegart NE - oder zur Vorlage bei einer Behörde ( Behördenanschrift und Verwendungszweck zwingend erforderlich ) - Belegart OE -, beantragen.
 
Von der Antragstellung bis zum Erhalt des Führungszeugnisses sind durchschnittlich
10 - 14 Tage zu veranschlagen.
 

EU-Führungszeugnis

Mit dem Gesetz zur Verbesserung des Austauschs von registerrechtlichen Daten zwischen den Mitgliedsstaaten der EU und zur Änderung registerrechtlicher Vorschriften vom 15.12.2011 wurde das sog. EU-Führungszeugnis eingeführt.
 
Voraussetzungen zur Beantragung:
  • vollendetes 14. Lebensjahr
  • gesetzlicher Vertreter ist antragsberechtigt
  • Antragsteller muss seine Identität, Staatsangehörigkeit und ggf. seiner Vertretungsmacht nachweisen
  • deutsche Staatsangehörigkeit und Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates (auch Doppel- und Mehrstaater)
  • keine Vertretung durch Bevollmächtigte
  • die Übersendung erfolgt ausschließlich an den Antragsteller oder an die anfordernde Behörde
 
Von der Antragstellung bis zum Erhalt des EU-Führungszeugnisses sind durchschnittlich
20 Werktage zu veranschlagen. Die Ausstellung erfolgt vom Bundeszentralregister, die Mitteilung des Herkunftsstaates wird unübersetzt als Anlage zum Führungszeugnis beigefügt.
 
Seit dem 01.09.2014 können Führungszeugnisse auch beim Bundesamt für Justiz in 53113 Bonn online unter www.fuehrungszeugnis.bund.de bestellt werden. 
 
 

Zusätzliche Informationen